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Die kurze Nacht

13 Jul

Und wieder eine Nacht, die kürzer nicht hätte sein können!

Ich bin 1:30 mit Magenkrämpfen aufgewacht die mir sofort eins sagten – die Wehen haben eingesetzt! Ich muss mich beeilen! Es kommt!

Schlimmer als in jedem Horrorfilm, bei dem abgelegte Alieneier durch die Bauchdecke des Opfers schossen, stellte ich mir vor, was mir – anhand der Schmerzen gerade bevor stand…

Um klarer denken zu können kotzte ich bevor die „schwere Geburt“ begann!

Was für ein befreiendes und trotzdem doch beklemmendes Gefühl seinen Körper garnicht mehr unter Kontrolle zu haben!

Das Alien hatte volle Kontrolle über mich erlangt! auch der Versuch es oral zum Vorschein zu bringen resultierte nur in noch mehr Protest des Aliens in meiner Magengegend!

Ich fühlte wie es raus wollte! Meine Gedanken spielten verrückt! Wenn Miss Alien 1-4 schon so ein riesiges Ding gebehren konnte – was war das in mir? Das Alien samt Mutterschiff? Oder das dickste Alienbaby was je geboren wurde?

Ich nahm mir vor dem Alien gleich nach der Geburt nen Klapps auf seinen Alienarsch zu geben! Damit es weiss wie es hier auf der Erde zugeht!

Ich machte mich also daran diesen Parasiten endlich ans Licht der 60Watt Badezimmerlampe zu befördern!

Nach langer Überlegung sollte es keine Wassergeburt werden! Sondern eher was weniger pomfortionöses – ich entschied mich für die Scheisshaus-Variante!

Aufgrund der fortgeschrittenen Wehen gab es keine Möglichkeit mehr eine Narkose anzusetzen! Ich ärgerte mich aber die Ohnmacht über die Schmerzen lenkten mich ausreichend ab!

Ich schriee und quälte mich! Überall im Zimmer blitzte es – Funken entflammten herumliegende Kleidungsstücke und Handtücher – es war Weltuntergangsstimmung!

Fest entschlossen dem Alien eine gehörige Lektion zu erteilen wenn es da ist umfasste ich die Alu-Chrom-Optik-Klobürste!

Ich war auf alles vorbereitet!

In den letzten 20 min meines Kampfes mit dem Alien verlor ich unmengen an übel riechendem Fruchtwasser! Ich schweifte ab und fragte mich wer das jemals Fruchtwasser getauft hatte! Es roch alles andere als fruchtig!

Ich konzentrierte mich auf meine Atemübungen, wobei ich aufgrund des lockenden Duftes nahe der Ohnmacht war und versuchte nicht durch die Nase zu atmen!

Aber irgendwie gelang mir das nicht! Die Luft war mittlerweile so dick, dass ich zwischendurch zwangsläufig kauen musste!

Grüner und lila-farbender Nebel schoss aus der seitlichen Kloöffnung… Die Stimmung war gespannt!

Kamerateams aus aller Welt hatten sich versammelt um die Geburt von Lord-ich-zwing-dich-spät-Nachts-mit-den-schlimmsten-Schmerzen-aus-dem-Bett, live zu verfolgen!

Ich versuchte die bevorstehende Ohnmacht mit lautem Klatschen abzuwinden! Das Publikum vor der Tür setzte mit ein! Es war dynamischer als bei einer Show des Musikanten-Stadels wo 200 mit Kokain abhängig gemachte Rentner wild um die Wette klatschten!

Nur die Musik fehlte!

Der Kampf mit der Kreatur zog sich nun schon 50min hin!

Mit letzter Kraft stieß ich es aus mir heraus! Es quietschte und fauchte vor sich hin! Zuerst dachte ich es wäre eine nasse Katze aber die Krallen und Zähne waren nicht von dieser Welt!

Ich fiel vom Klo! Die Bestie tobte im Becken welches bedrohlich überzuschwappen drohte!

Geistesgegenwärtig sprang ich Richtung Spülung – das Vieh erwischte mich nochmal am Unterarm aber ich drückte den Knopf und Wasser mit 400 Grad schoss auf das Alien herab!

Immer wieder schoss das Alien aus dem Wasser, wie Lachs der gegen die Strömung des Wassers schwimmt um damit die Chickas unter den Fischen mit coolen Sprüngen zu beeindrucken.

Ich drückte abermals auf die Spülung! Insgesamt 5 mal! Nun war von dem Alien nichts mehr zu sehen! Ich blickte um mich! Neben Kamerateams aus aller Welt – wobei mir gerade Kai Ebel von RTL unangenehm auffiel, weil dieser beim Versuch sich ganz nach vorne vorzudrängeln mit einem lauten Knall in meine Badewanne verabschiedete und bewusstlos mit Mikrofon in der Hand liegen blieb – fiel mir aber auch auf, dass das Badezimmer aussah wie ein Schlachtfeld! Wer von euch Rambo 4 gesehen hat und denkt die Schauplätze dort sehen aus wie ein Gemetzel – hätte vorhin dabei sein solln! Ein Schlaraffenland für HardcoreActionFanatiker!

Ich sammelte die Fetzen von Klopapier und verbrannten Handtüchern ein! Die Reporter verabschiedeten sich und schwupps die wupp waren 3 Stunden ins Land gezogen!

Ich machte mir noch einen heißen Tee und trank Wasser gegen die Dehydrierung bevor ich wieder ins Bett ging, wo ich euch gerade live berichte!

Und was lernt man aus der Geschicht? Mit Aliens ärgert man sich einfach nicht!

und du?!

28 Sep

Ich weiß ja nun mittlerweile wie ich selbst Rückschläge verarbeite…
Ein Rückschlag? – Wenn man sich auf etwas gefreut hat, Euphorie dein Denken bestimmt, und du dann doch herb enttäuscht wirst…

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sowas zu verarbeiten… Ich denke nun nach Jahren der Enttäuschung 😀 (just kidding) – aber trotzdem etwas wahres dran – dass ich verschiedene Stufen durchlaufen habe…

Am Anfang gabs Wutausbrüche – das war zu Kinderzeiten… Da ging dann doch schon mal das ein oder andere Spielzeug hopps… bis 6 Jahre…

Danach kamen die – ich sitze stur im Zimmer und rede mit niemandem 😉 bis 18 Jahre 😀 (jaja – lange Phase… Zicken-time 😉 )

Ja und mit 18 wurde man dann mobil und dann ist man schon mal die ein oder andere Runde mit dem Auto gefahren um sich abzureagieren… (natürlich auf abgesperrten Rennstrecken mit echten Verkehrsteilnehmern auf echten Straßen, in einer echten Stadt 😉 )

Und nun – kurz dasitzen… seinen Unmut lautstark kundtun – kurz bocken – kurz ne Runde Auto fahren und dann an was positives Denken à la WOOOZAAAAA…

Da fällt mir auf – das ist ja eine gelungene Evolution aus denen ich mir die Rosinen des Bockens und Zickens rausgepickt habe… Na prost Mahlzeit….

Habt ihr parallelen Entdeckt!?!

Ich denke schon die ein oder andere 😉

Gruß und Peace – Ich!

Ode an Berlin

31 Jul

Berlin, oh du schöne Stadt.

Wie du mir gefällst Tag ein Tag aus,
mit deinen unaufhörlichem Chaos,

wir wohnen hier in deiner Peripherie
ergötzen uns, und staunen, und wie!

Der Verkehr zieht an uns vorbei,
seit Jahren sind wir auch ein Teil.

Deine Gärten, deine Länder, deine Völker deine Kulturen,
leben wir vereint und folgen deinen Spuren.

Ohne dich da ist es öde, Leben ohne Berlin,
wie wär das blöde!

Vom Alexanderplatz zum Zoologischen Garten,
von den Wiesen des Tierparks bis zum Britzer Garten.

Bei deinen Sehenswürdigkeiten bist du ungeschlagen,
genug gibt es zu sehen, man soll es nur wagen!

Raus aus dem Haus, rein in die Bahn,
mit dem Bus oder dem Taxi, lass uns ein Stückchen fahr’n.

Wir genießen deinen Charme, deine Flair, deinen Touch.

Berlin ist unsere Stadt und unser Leben ist Berlin,
denn ohne dich da wären wir nur Brandenburger Wesen…

😉 © rainysummer

Das Lächeln der Öffentlichen Verkehrsmittel

30 Jul

Es ist immer wieder schön zu sehen wie man tagtäglich die gleichen Menschen in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit und zurück trifft…

Es ist manchmal sogar schon fast unheimlich wie genau manche Leute zur Bahn erscheinen… Fast auf die Sekunde genau zum Vortag sieht man sich plötzlich wieder, fängt an zu grinsen, was ich einfach mal „Das Lächeln der Öffentlichen Verkehrsmittel“ nenne…

Lustig ist auch dass man bei den Bahnen immer die gleichen Leute sieht… Gleiche Schichten… Gleiche Fahrer, gleiche Insassen… Wie langweilig und monoton… Nur die Musik ist anders. Die Musik aus dem MP3 Player ist leider, oder vielleicht Gott sei Dank, jeden Tag anders… Dank der 4GB gibt es für einen Monat genug zu hören, so dass man nicht das gleiche Lied doppelt hören muss…

Und trotzdem ist es monoton… Der gleiche schnelle Schritt zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln… Der gleiche monotone starre Blick aus dem Fenster der Bahnen, in der Hoffnung auch nur die geringste Veränderung aufzusaugen… Dies sind Situationen in denen einzelne Menschen zu Stars werden weil sie besonders bescheuert zur Bahn rennen oder weil manch Autofahrer doch wieder falsch herum in die Einbahnstraße gefahren ist und ein heiden Chaos verursacht hat…

Doch das Spektakel hält nur für wenige Sekunden an… Denn die Bahn hat keine Zeit zu verlieren… Sie muss uns in der gleichen Zeit zur nächsten Bahn bringen wie gestern, den Tag davor und morgen!

Es ist aber auch vielleicht gerade dieser solide Ablauf der den Menschen so gefällt… Die erste Woche bin ich immer unterschiedlich auf Arbeit gefahren und es war schrecklich… Jedesmal etwas anderes, ungewissheit, schaff ich es pünktlich?! war das gerade die richtige Bahn in die ich eingestiegen bin!?!?

Dann fahr ich doch lieber mit der selben Bahn Tag für Tag… Und natürlich den gleichen Weg zurück!

Und immerwieder das gleiche debile Grinsen auf den Gesichtern der Menschen wenn man sich vertraut vorkommt… Steckt sie alle in eine Gemeinschaftsgummizelle… Da können sie sich im Kreis drehen und jedesmal wenn sie sich gegenseitig ansehen blöd grinsen…

Kennt ihr solche Leute die in einer vollen Straßenbahn den Sitzplatz im Ganginneren benutzen anstatt ans Fenster durchzurutschen?! 🙂 Das ist der Augenblick wenn Erik seinen Spaß am Bahnfahren hat… 🙂

Ist hier noch frei!? Nein?! – dann wink ich irgendeine alte Dame zu mir und biete ihr den Sitzplatz an, der ja gerade eben noch nicht frei gewesen ist… 😉 Die Standpauke gibts von mir gratis dazu… Und die Omma ist hin und weg 😉

Ach ja …. solche Spielchen machen das Bahnfahren symphatisch und aufregend… und das ist der Augenblick wenn man Erik vom Lächeln der Öffentlichen Verkehrsmittel angesteckt wird 🙂

Gute Nacht!

Rom brennt…

17 Jul

… sagte er während er sich noch einen Drink einschenkte,
Und doch bin ich hier knietief in einem Fluss voller Muschis.

Schon wieder dachte sie, wieder eine maßlose von Whiskey durchtränkte Prädigt darüber,
wie verdammt großartig früher alles war.

Und dass wir armen Seelen zu spät auf die Welt kamen um die Stones zu sehen oder um das gute Koks zu schnupfen das es noch im Studi 54 gab.

Tja, wir haben praktisch alles verpasst wofür es sich zu Leben lohnt.
Und das Schlimmste war, dass sie ihm zustimmen musste.

Da wären wir, dachte sie, am Ende der Welt, ganz am Ende der westlichen Zivilisation.
Und wir alle wollen so verzweifelt etwas empfinden, ganz egal was, damit wir ständig anderen verfallen und uns so durch Leben ficken bis ans Ende unserer Tage…

Am Boden und noch tiefer…

16 Jul

Und schon wieder ging sie die Straße entlang und hielt Ausschau nach jemanden der ihr wieder einmal das Gefühl der Freiheit, der inneren Zufriedenheit und Glückseeligkeit verschaffen konnte… Doch weit und breit fand sie niemanden, der ihr für ihr letztes noch verbleibendes Geld das kleine Tütchen zustecken wollte…

Und so ging sie wieder nach Hause. Gleich da hinten links, auf dem Bahnhofsgelände in der kleinen Bretterhütte die früher wohl mal ein Wärterhäuschen war. Und sie guckte durch ihre Habseligkeiten als müsste sie verschwinden und schnell das wichtigste Zusammensuchen. Neben ein paar Decken und einer alten Gitarre war da nicht viel, dass sie ihr Eigen nannte…

Sie legte sich auf eine Pappmatte und versuchte wie so oft über ihren Hunger hinwegzusehen. Der knurrende Magen war nur wieder einmal der Beweis dafür, dass sie früher den falschen Weg eingeschlagen hatte.

Früher war sie Cheerleaderin, sie war eine wunderschöne Frau. Das einzige was ihr geblieben ist sind ihre zerzausten blonden Haare und ein Körper der sich unter Dreck nach besseren Zeiten sehnte…

Viel zu oft hatte sie sich früher auf ihr Aussehen verlassen. Viel zu oft ließ sie sich von reichen Männern aushalten und dachte einfach nicht an die Zukunft. Es wird schon alles rosig sein.

So rosig würde es aber nie mehr sein, wie sie es sich in jener Nacht auf dem Bahnhofsgelände erträumte, dass alles irgendwann wieder besser werden würde.

28 Jahre alt war sie. Ohne Ausbildung, ohne Schulabschluss… Ihre Eltern kehrten ihr damals den Rücken als sie sich entschied nach Kalifornien zu gehen.

Das war vor 10 Jahren. Nun traut sie sich nicht mehr ihrer Mutter in die Augen zu blicken. Nach all den Dingen die sie getan hat, woran sie innerlich zerbrochen ist. Sie fühlt wenig im Moment. Der Hunger liegt wie ein dunkler Schatten auf ihrem Geist, durch den sie kaum klare Gedanken fassen kann…

Seit einem Jahr lebt sie jetzt schon, abgeschieden von der Aussenwelt. Zumindest Tagsüber… Denn Nachts, da kommt sie heraus aus ihrem Wärterhaus und versucht Geld zu machen. Ihr Stolz ist längst verschwunden und so sucht sie nur nach Möglichkeiten ihre Schmerzen zu lindern.

Sie muss weinen wenn sie Geld verdient, wenn Männer die sie wie Dreck behandeln für ein paar magere Dollar mit ihr anstellen was eines Menschen unwürdig ist, auch in Kalifornien.

Und so geht sie Nacht für Nacht raus auf die Straßen von L.A. und kämpft mit ihren Mitteln dagegen dass ihre Hülle, die sie am Leben hält nicht zusammenbricht.

Denn innerlich ist ihr Licht schon längst erloschen.

Aber so ist das, in der Stadt in der man an einem Tag aufsteigt und in der nächsten Sekunde fällt.

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